Kapitel 1 – Edoras

Die Reise nach Edoras dauerte für sie gefühlt eine halbe Ewigkeit und es kam ihr so vor, als könnte sie ihr Pferd noch so sehr anspornen sie kamen nicht schneller voran. Kurzzeitig aufflammende Gedanken über böse Zauber, welche hier ihr Unheil verrichten könnten wischte sie sehr schnell wieder aus ihren Kopf. Wer sollte an ihr, Tochter eines Pferdezüchters schon groß interessiert sein und warum sollte sie nicht nach Edoras reiten? Da sie sich auf genau diese Fragen keinen Reim machen konnte und auch nicht dafür ihre Kraft aufwenden wollte, blieb es dabei, daß es wohl nur ihr Gefühl war, welcher die Strecke so lang vorkommen ließ.

Nach einem zwei Tagesritt sah sie endlich die Mauern der Hauptstadt in der Ferne emporragen und eine gewisse Erleichterung machte sich in ihr breit. Angetrieben von der Nähe ihres Ziels wurden Torfin nochmals die Haken in die Seite gestoßen und er legte in seinem Galopp eine weitere Temposteigerung ein, getreu seiner Pferderasse.

Das Gras unter den Hufen ihres Pferdes bog sich zur Seite und so blieb eine Schneise des Galopps zurück. Eaddren machte kein Geheimnis aus ihrer Suche, ihrer Reise und so wurde jeder vorbeiziehende Händler, jeder Wanderer angesprochen und gefragt ob sie etwas über den Verbleib der Reitergruppe wußten. Doch außer ein paar seltsame Blicke, ein paar feilschende Angebote und mürrisches Gebrabbel hörte sie immer nur dieselbe verneinende Antwort.

Als die Sonne schon fast hinter den Bergen verschwunden war erreichte Eaddren erschöpft die Tore Edoras. Zwei Wachen bewaffnet mit Speeren und in Kette gehüllt, zu je einer Seite bewachten das Tor und fragten jeden Reisenden nach seinem Grund und deren Fracht. Selbst Eaddrens karges Gepäck wurde durchsucht bevor ihr Einlass gewährt wurde.

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